Sommerzeit – Festivalzeit

Die Sonne schwächelt zwar noch etwas, aber trotzdem hat die Sommersaison begonnen und damit auch die Festivalsaison. Viele Musikbegeisterte und Campingfreunde packen wieder Wochenende für Wochenende Zelt und Schlafsack ein um ein paar Tage lang laut Musik zu hören und mit Gleichgesinnten unter freiem Himmel zu feiern. Und selbst bei Regen lassen sie sich die gute Laune nicht verderben, schließlich hat schon die Urmutter aller Festivals in Woodstock bei heftigen Regengüssen stattgefunden.

Faszination Festival

Da auf das Wetter in Deutschland selten Verlass ist, sind Bands und Logistiker bestens auf jeder Art von Wetterbedingungen vorbereitet. Und auch die Besucher der Festivals haben meist eine gewisse Regennotfallausrüstung im Gepäck. Und so wird bei Regen und Sturm, bei Gewitter oder brennender Sonne fast jedes Wochenende irgendwo in der Republik zwischen Juni und September ein Musikfest abgehalten, das für jeden Geschmack etwas bietet. Egal ob populäre Musik aus den Charts bei den großen “Rock am Ring” oder “Rock im Park” Festivals oder das Zusammentreffen großer Independent-Bands wie in Roskilde oder riesige Licht- und Musikspektakel aus der Elektrosparte wie dem anstehenden “Sonne, Mond und Sterne” Festival im thüringischen Saalburg im August. Festivals bestimmen die Feierszene im Sommer. Dabei werden nicht selten weite Anreisen in Kauf genommen und auch die Tickets sind mit Preisen zwischen 30 – 150 Euro nicht gerade niedrig. Für viele Musikbegeisterte ist so ein Festival aber eine Art Kurzurlaub und damit jeden Cent wert. Die gemütliche Zeltlageratmosphäre und die Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit viele verschiedene Bands oder DJ bei Konzerten und Liveauftritten zu sehen, lassen sich die meist jungen Besucher einiges kosten. Neben der Musik wird außerdem auf den meisten Festivals ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, mit Flohmärkten, Sportevents, Fahrgeschäften und natürlich Essen und Trinken.

Die Schattenseiten

Leider ist bei diesen Festivals nicht immer das Motto “Love and Peace” der Hauptprogrammpunkt. So ist es ein offenes Geheimnis, dass ein Festival für viele Jugendliche den idealen Rahmen bietet, sich hemmungslos zu betrinken und Drogen zu konsumieren. So ist auf jedem Festival auch immer das Rote Kreuz im Einsatz und die meiste Zeit damit beschäftig jungen Menschen, die übermäßig Alkohol konsumiert haben, Infusionen zu legen und sie auszunüchtern. Beim Konsum illegaler Drogen kommt es auch zu schwereren Fällen, die dann direkt vom Festivalgelände ins Krankenhaus abtransportiert werden müssen. Trotz dieser Probleme verlaufen die meisten Festivals friedlich, bis auf gelegentliche kleinere Raufereien gibt es selten Zwischenfälle. Allerdings gibt es immer wieder Unfälle, wie kürzlich in Roskilde, wo eine Frau von einem 30 Meter hohen Turm stürzte. Ob es sich dabei aber vielleicht um Selbstmord handelte oder Drogen im Spiel waren wird zurzeit noch untersucht.

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